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Musik und Kreativität



Ganz unbefangen lieben Kinder das Singen, Musizieren, Instrumente erlernen, Tanzen, Malen, Tonen, Basteln, Erfinden, Bauen und Entwickeln. Sie haben noch diesen nicht verschämten eigenen Sinn für ihr Tun, sind begeistert von ihren Werken – und wenn es nicht so ist, ist bereits etwas in ihnen zerstört. Es geht uns nun darum, wieder un-verschämt eigen-sinnig zu sein, also den eigenen Sinn zu finden im Selbstausdruck durch all diese oben genannten Aktivitäten. Musik macht z. B. glücklich und intelligent, Singen hilft, tief durchzuatmen und schafft ein Rhythmusgefühl – das ist erwiesen. Gemeinsames Musizieren verbindet und schafft Resonanz, erhöht die Wahrnehmung, nicht nur im eigenen Körper. Musik und kreatives Gestalten regt Entwicklungsprozesse an, leitet an, sich zu spüren und schüttet Adrenalin aus, ähnlich wie beim Sport.

Es ist gut, Kindern alle Möglichkeiten anzubieten: vom Schneiden und Kleben und phantasievollen Gestalten bis hin zum Bau einer Hütte und dem Werken mit Holz. Das grobmotorische und das feinmotorische Schaffen mit feinen, leichten, schweren und widerwilligen Materialien schult Wahrnehmung und schenkt vielfältige Erfahrungen.

Wichtig ist herauszufinden: Worin bin ich gut? Was tut mir gut? Worin oder womit kann ich mich ausdrücken? Holz hacken und Fußball spielen? Eine Hütte im Wald bauen? Oder eher mit Bleistiften zeichnen? Klavier spielen? Flöte, eher Posaune oder doch lieber Trommel? Im Handeln wird Leben erfahren und erschließt weitere Informationen über einen selbst und die Welt.

Aufführungen, gemeinsam entwickelt, verstärken wiederum das Wir-Gefühl und erhöhen das Selbstwertgefühl, egal ob dies musikalische oder theatralische Darbietungen sind. Es ist gut, positive Ressonanz und Wertschätzung zu bekommen und gleichzeitig auch um der Sache selbst willen etwas zu machen.

Ein Beispiel: Micha ist oft sehr in sich gekehrt und dann wieder wütend. In solchen Situationen fehlen ihm die Worte und er setzt sich ans Klavier. Eine Weile hatte er Unterricht, aber nicht lange. Dann probiert er selbst aus. Das Spielen ist eine Möglichkeit, abzuschalten und sich zu beruhigen. Danach hat er seine Wut wieder einigermaßen unter Kontrolle. Und weil er oft spielt, wird er geübter und besser und kann schließlich das Singen begleiten. Das gibt ihm eine gute Rückmeldung aus der Gruppe und von Nachbarn und Freunden. Micha erlebt sich wertvoll und kompetent.