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Spielen und Lernen

Über die Bedeutung des Spiels wurde viel geschrieben und es ist für die gesunde Entwicklung ein kostbarer und unersetzbarer Vorgang. Es wird viel gespielt und aktiv gelebt im Sonnenheim, um Neugierde zu wecken, Leistungsbereitschaft zu fördern und Positives in der Gruppe und mit sich selbst zu erfahren. Spielen, um damit das Leben zu erkennen. Das schließt das Verstehen und Verstandenwerden ein, die Selbsterfahrung und das (Selbst)Darstellen mit verschiedenen Hilfsmitteln und Materialien. 

Hier geht es nicht in erster Linie um Leistung und Konkurrenz, sondern um die Freude an der Aktivität und am Dialog. Dies findet im Haus bei Tisch- und Gesellschaftsspielen statt, aber auch auf der Strasse und in der Natur. Die Spielzeiten schaffen Freiräume ohne pädagogische Gängelung, bieten Herausforderungen und bedeuten Welterfahrung mit allen Sinnen, einschließlich des Bewegungssinns und der Erfahrung und Äußerung von Gefühlen. Spielen bewirkt Resilienz*, weil ein Kind aus der Vertiefung ins Spiel Kraft schöpft und den Widrigkeiten des Lebens dadurch eher begegnen kann. Auch Wettbewerbsspiele, Kooperationsspiele und kämpferische Spiele sind hilfreich, um zum Beispiel die Rangordnung in einer Gruppe offenzulegen. Im sozialen Miteinander kann es manchmal hart zugehen, ohne die Zugehörigkeit in Frage zu stellen. Soziales Lernen ist für unsere Kinder wichtig, gleichermaßen auch der Aufbau von innerer Stärke, denn dadurch wird es möglich, manche Stürme des Lebens zu meistern.

Ein Beispiel: Peter ist oft der Außenseiter. Sein Lieblingsspiel ist Schach. Dafür sucht er sich immer wieder einen Partner. Und weil ihm das gemeinsame Spielen wichtig ist, läßt er sich auch etwas sagen. Zunehmend lernt er, nicht immer auf seiner Meinung zu beharren. Wenn er sich mit seinem Spielpartner an das nächste Spiel setzt, vergisst er für eine Weile alles, was seinen Alltag manchmal schwer und anstrengend macht. Dann geht es nur noch darum, eine Strategie für seine Spielfiguren zu finden. Er ist im aktiven Dialog mit seinem Gegenüber und beide vertiefen sich in die Schlacht mit den Spielfiguren. So konzentriert er sich und ist "ganz bei der Sache". Er lernt, sich auf den Mitspieler einzustellen, voraus zu sehen und strategisch zu denken bzw. zu handeln.  

* Der Begriff Resilienz, lat. resilire = zurückspringen, stammt aus der Biologie und bedeutet dort Spannkraft, Elastizität und Beweglichkeit. Hier bezeichnet es die seelische Widerstandskraft, die uns Krisen und Niederlagen meistern läßt und Schicksalsschläge bewältigen hilft. Resilienz ist der Wille zu überleben.