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Alltagspflichten

Im Alltag geht es bei uns immer wieder um Begegnungen existentieller Art, um Einbeziehung des Körpers, der "Leiblichkeit", um hilfreiche Gesprächsführung, um Verstehen im Spiel und im "Miteinander tun". Und ein Miteinander schliesst die Anleitung zur Alltagsbewältigung mit ein.

Jeder wirkt altersgemäß und seinen Fähigkeiten entsprechend an der Gemeinschaft mit. Dazu gehören die sogenannten Ämter und Dienste, rund um Haus und Garten. Die Jugendlichen lernen z. B. ihre Wäsche selbst zu versorgen, wie man einkauft und wie gekocht wird. Die Kinder erleben, wie das geht: Erdbeeren pflücken, Marmelade kochen, Feuer machen, Brot im Holzbackofen backen oder auch Rasen mähen, Bäume umsägen und Holz spalten. Und je nach Jahreszeit wird Schnee geschippt (möglicherweise auch für die ältere Nachbarin) und Laub gefegt. Sie lernen, dass das Fahrrad selbst repariert werden kann und dass dies zudem günstiger ist. Die Kinder erleben sich als Teil des Ganzen, erfahren, dass sie gebraucht werden und dass sie kompetent sind. Wichtig ist, dass die Mitarbeit sinnvoll ist und dass die Kinder wissen, dass sie damit vorbereitet werden auf ein eigenständiges Leben.  

Feste im Jahreskreis, Geburtstage und das Sommerfest werden gemeinsam vorbereitet und geplant. Die Fussball-AG, die Tanzgruppe oder Theaterprojekte stärken das Wir-Gefühl und lassen den eigenen Wert und den des Andern erkennen. Auch das sich Einbringen für das eigene Zuhause und die gemeinsamen Räumlichkeiten, das Renovieren, die Gartenarbeit und die Versorgung der Ernte erschließen Sinn und schaffen die Erfahrung von Zusammengehörigkeit, geben das Gefühl von Gemeinsamkeit auch nach außen. Der Besuch von örtlichen Vereinen (Fußball, Judo, Jungschar, Teeniekreis) wird unterstützt und ermöglicht. Dabei lernen die Kinder sich zu integrieren, für andere da zu sein, sich in Freundschaften zu bewähren, das Geben und Nehmen zu üben.

 

Ein Beispiel: Nach dem Erntedankfest bekommen wir in einem guten Zwetschgenjahr körbeweise Früchte. Wir kochen Marmelade ein und verwenden sie z. B. zwei Monate später als Weihnachtsgeschenk für die Eltern der Kinder. Johannes macht mit und ist stolz, dass er nun weiß, wie das geht  und sagen kann, dass er die Marmelade selbst gemacht hat. Er hat dabei Ausdauer gelernt und Geduld. Zwischendurch hat er gestöhnt, weil es ihm zu lange ging. Er fand seine Erzieherin etwas pingelig, als er die Gläser so peinlich sauber machen sollte und verstand es erst, als dann einige Gläser nicht verschlossen blieben. Plötzlich hat er verstanden, warum er sorgfältig arbeiten muss.