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Heilpädagogik

"Heilpädagogik ist Erziehung unter erschwerten Bedingungen" – das besagt die kürzeste Definition des Heilpädagogen Paul Moor. Sie setzt immer da an, wo scheinbar nicht mehr viel zu machen ist. Heilpädagogik beinhaltet den Umgang mit Menschen, die von Leid bzw. von Un-Heil betroffen sind. Und deshalb muss sich "heilende" Erziehung auch an den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen orientieren. Das zentrale Problem der postmodernen Welt: Es geht nicht mehr so sehr um unterdrückte Gefühle und die damit verbundenen Bedürfnisse, sondern eher um ein Gefühl der Unsicherheit und Desorientierung in einer unübersichtlichen, mit Möglichkeiten, Informationen und Reizen überfüllten Welt.  Was brauchen also heute die Kinder, damit sie zur "Fülle ihres Daseins gelangen"? Wie sind sie zu unterstützen, damit sie trotz Einschränkungen und Erschwernissen auf ihrem Weg in die Welt ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten ausschöpfen und sie ihren Vorstellungen entsprechend glücklich werden können? Welche Voraussetzungen sind dafür zu schaffen?

Uns erscheint als das Wichtigste zunächst ein echtes Beziehungsangebot, eine stimmige Beziehung zwischen (Heil-)Pädagoge und Kind. Diese kann nur entstehen, wenn jeder die Bereitschaft hat, die Ganzheit seines Wesens einzubringen. Das, was Not tut, das, was das Kind zum Heilwerden braucht, muss im Fokus stehen. Heil ist hier nicht im Sinne der Medizin zu verstehen, sondern im Sinne eines Wohlbefindens, das trotz eines irreversiblen Entwicklungszustandes möglich ist. 

Im heilpädagogischen Rahmen wird echte Beziehungsgestaltung ermöglicht – und das Angebot gemacht für eine  Bindung, die verlässlich ist, die aus- und standhält und Raum lässt für neue Erfahrungen, z. B. für Projektion. Und mit Geduld und Ausdauer wird der Weg des Kindes bzw Jugendlichen entsprechend begleitet.